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Theater Bagage

Das Tourneetheater für die Pfalz

Woihnachde mol annerscht - Kritik

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Ausgabe vom 10. 12. 2003

Szenen aus dem Leben nicht nur zur Weihnachtszeit

Première und Jubiläum mit „Ä schäni Bescherung“ vom Theater Bagage im Lokal „Werre"



Alle Jahre wieder finden sie so sicher wie die Bescherung statt, die obligatorischen Weihnachtsfeiern in Firmen und Vereinen. Der Ablauf ist stets derselbe: Man stopft sich den Bauch mit Christstollen und Gebäck voll, schmettert die immer gleichen Weihnachtslieder und hält fromme Reden vom Frieden auf Erden, nur um kurz danach wieder den alltäglichen Kleinkrieg fortzuführen.

Schluss damit, hatten sich die Aktiven des Theater Bagage gedacht und flugs das kunterbunte Weihnachtsspektakel „Ä schäni Bescherung“ auf die Beine gestellt, das das Weihnachtsfest mal von einer anderen Seite zeigt. Und so kamen die 120 Premièrenbesucher im Lokal „Zur Werre“ in den Genuss von 20 Gedichten, Szenen und Liedern, mal nachdenklich-traurig, mal sarkastisch, mal einfach nur zum Schreien komisch. Überspitzt, aber dennoch mit einem gerüttelt Maß an Wahrheit, waren die Einblicke in den familiären Vorweihnachtsstress:“In de Kich, do hockt die Mamme, und heilt Rotz un Wasser zamme“, so der Beginn eines Gedichts. Und alles nur, weil die „Aniiiiskiechle scheppe Fieß henn“. Tochter Steffi kalkuliert bis auf den Cent genau das ihr zustehende Geschenkepensum, und ein nerviger Ehemann treibt seine in Arbeit erstickende Gattin durch Dilettantismus und seine Besserwisserei beim Schmücken des Christbaumes in den Wahnsinn.

„Das ist ja echt aus dem Leben gegriffen“, murmelte da eine Besucherin in Anbetracht von soviel Authentizität. Nachdenkliches gab es unter anderem in Form einer Statistik, die deutlich macht, wie gut es uns trotz Teuro und hoher Steuern nach wie vor geht, oder in Form sozialkritischer Abwandlungen von Weihnachtsliedern, wie „Süßer die Kassen nie klingeln“ oder „Morje Kinner werd's nix gewwe“. Kein Auge trocken blieb beim „Christmas-Gedicht“ das in einem unnachahmlichen deutsch-englisch Kauderwelsch daherkam und sich um „Churchturmglocken“ und „Candlewachs“ drehte.

Den zehn Akteuren ist unter Leitung von Regisseurin Trudel Kauffmann ein abwechslungsreiches Weihnachtspotpourri gelungen, das immer die Balance zwischen Heiter-und Besinnlichkeit wahrt und auch bei den Mundartstücken immer seriös wirkt. Mit „Ä schäni Bescherung“ feiert das Theater Bagage zugleich ein kleines Jubiläum fünf Jahre Bühnenleben.

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