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Theater Bagage

Das Tourneetheater für die Pfalz

Der grüne Kakadu - Kritik

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Ausgabe vom 14. 04. 1999

Vergnügungssucht und Doppelmoral

"Theater Bagage" zeigt in Friesenheim Schnitzlers Groteske "Grüner Kakadu"



Äußerst heiter ging es in der Gaststätte "In den Werren" zu, als das "Theater Bagage e. V." seine erste Premiere gab. Akkordeon Musik, Trink und Revolutionslieder waren zu hören und fast konnte man sich ins 18. Jahrhundert zurück versetzt fühlen in eine Pariser Schenke. Das ist auch Schauplatz von Arthur Schnitzlers Groteske "Der grüne Kakadu".

In Wirtin Prospères Kellerkneipe, dem "grünen Kakadu" trifft der Pariser Adel auf Schauspieler, Prostituierte, kleine und größere Kriminelle. Während sich draußen in der Stadt schon die Revolution ankündigt, lassen sich die adligen Gäste unterhalten. Prospère, gespielt von Reni Rohe Haberfellner, engagiert Komödianten, Laiendarsteller und auch den wirklichen Verbrecher Grain (Dietmar Koch), die dem versammelten ersten Stand aus ihrem scheinbar fiktiven Leben berichten. Dabei lassen die Akteure ihrer revolutionären Wut und ihrer Hoffnung auf Demokratie freien Lauf. Sie bestehlen, verspotten, beschimpfen und bedrohen ihre verhaßten Gäste, die sich dabei noch fürstlich amüsieren. Allen voran läßt sich die affektierte Marquise Séverine de Lansac (Elke Precht), ein Paradebeispiel für die pure Vergnügungssucht und Dekadenz des französischen Adels, auf das Spiel zwischen Fiktion und Realität ein, das in einem Mord und dem Ausbruch der Revolution gipfelt. Autor Arthur Schnitzler sorgte mit dem "grünen Kakadu" schon zu Lebzeiten für Empörung und Aufsehen durch seine mitunter freizügigen und direkten Texte. So gelang es ihm aber, die vorrevolutionären Wirren in Paris und die Doppelmoral der damaligen Elite einzufangen und zu zeigen, wie eng gerade im Theater Wirklichkeit und Traum beieinanderliegen können. Seine spitzen Dialoge setzte das große Ensemble des "Theater Bagage" unter der Regie von Trudel Kauffmann und Edith Bitz gekonnt auf der Bühne um, so daß das Publikum hellauf begeistert war. Den eigenen Anspruch auf "Theater für Herz und Kopf, geistreiche Unterhaltung und komödiantisches Spiel" erfüllte die neugegründete "Bagage" ohne Zweifel. Die Schauspieler aus der Vorder- und Kurpfalz, von denen einige schon auf anderen Pfälzer Bühnen zu sehen waren, treten mit ihrem ersten Stück "Der grüne Kakadu" noch mehrfach auf.

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